Blog - Jork Gallery Rückblick auf 2025
Rückblick auf ein erlebnisreiches Jahr 2025 mit unvergesslichen Roadtrips
Norwegen - Fjorde, Klippen und Stürme: Ein Roadtrip voller Entdeckungen
Letztes Jahr hatten wir bereits die Fjorde von Rogaland und Møre og Romsdal erkundet. Dieses Jahr kehrten wir zurück, um vertraute Orte neu zu erleben und verborgene Winkel zu entdecken. In Møre og Romsdal rückten die Gipfel näher, die Täler wurden enger, die Wasserläufe tiefer, als hätten sie über Monate an Intensität gewonnen. Am Strynsvatnet, eingerahmt von schroffen Gipfeln, schlugen wir unser erstes Lager auf. Die Sonne spiegelte sich in den Wasserflächen, und das Echo unserer Schritte hallte von den Felsen wider. Unser Ziel war der Dalsnibba Skywalk.
Im Vorjahr hatte Nebel uns die Sicht genommen; diesmal öffnete sich der Himmel, und der Geirangerfjord lag wie ein tiefblauer Spalt zwischen steilen Felswänden. Unten stürzten Wasserfälle in die Tiefe, Möwen kreisten über den Booten, ihr Kreischen hallte zwischen den Klippen wider. Wir blieben stehen, ließen die klare Bergluft unsere Lungen füllen und die Weite auf uns wirken.
Nach einigen Tagen voller Wanderungen setzten wir unsere Fahrt in Richtung Sylte fort, über die Panoramastraße 63 zum Trollstigen. Granit und Schiefer wechselten sich ab, Schneefelder und rauschende Wasserfälle gaben dem Weg ein urzeitliches Gesicht. Die Landschaft wirkte gleichzeitig mächtig und sanft, eine eindrucksvolle Symbiose aus Naturgewalt und Stille, die uns immer wieder innehalten ließ.
Auf der Fähre von Liabygda über den Storfjord nach Stranda spürten wir den frischen Fjordwind, während die Straße wie ein schmaler Pfad durch das enge Norangsdalen nach Urke am Hjørundfjord führte. Morgens lag dichter Nebel über dem Wasser, der sich allmählich in feinen Schwaden auflöste; nachmittags spiegelten sich die Gipfel klar darin. Mit den Fahrrädern erkundeten wir die stillen Uferwege, hielten an, lauschten dem Plätschern des Wassers und genossen die Ruhe der Umgebung.
Als das Wetter umschlug, zog es uns an die Küste zur Vestkapp-Klippe auf der Halbinsel Stadtlandet. Böen fegten über die Felsen, Gischt hing in der Luft, die Wellen prallten unaufhörlich gegen die Klippen. In der Ervikabucht verbrachten wir eine stürmische Nacht: Der Wind rüttelte am Camper, die rohe Kraft der Natur war spürbar, und wir fühlten uns zugleich klein und geborgen. Später führte uns die Fahrt nach Norden auf die Insel Runde.
Die engen Straßen schlängelten sich an grünen Wiesen und alten Fischerhäusern vorbei. Der Campingplatz war voll, doch der Aufstieg zu den Vogelfelsen lohnte sich: Tausende Seevögel kreisten über uns, ihr Kreischen mischte sich mit der salzigen Brise. Die Sonne tauchte die Klippen in warmes Licht und ließ die schroffen Felsen fast weich erscheinen.
Zurück auf dem Festland folgten wir dem Romsdalsfjord über Åndalsnes bis zum Eikesdalsvatnet, wo wir einen idyllischen Platz für die Nacht fanden. Regen zwang uns, das Hochgebirgstal Innerdalen dieses Jahr auszulassen. Doch rund um Åndalsnes ließen wir keinen Tag ungenutzt und unternahmen Wanderungen entlang der Trollveggen und durchs Hochgebirgstal Vengedalen am Romsdalshorn, wo wir erneut unser Lager aufschlugen. Die Luft war kühl und klar, die letzten Sonnenstrahlen tauchten die Felsen in warme Töne. Über uns funkelten die Sterne am kristallklaren Himmel, während die Berge still auf uns herabblickten.
Norwegen hatte uns tief berührt - ein Land, das man nicht nur bereist, sondern in sich aufnimmt, dessen Weite, Wildheit und Ruhe noch lange nachhallen.
Mosel - Weinberge, Fachwerk und Flussblicke
Nach Norwegen zog es uns im Sommer auf Kurztrips durch Deutschland. Zunächst führte uns die Reise ins Moseltal. Der malerische Ort Bernkastel-Kues empfing uns mit engen Gassen, Fachwerkhäusern und kleinen Plätzen. Mit den Rädern erkundeten wir den Moselradweg und die umliegenden Weinberge, machten Pausen in Straußenwirtschaften und probierten regionale Weine.
Der Weinort Bremm, eingebettet in eine markante Moselschleife am Calmont, eine der steilsten Weinbergslagen Europas, bot spektakuläre Ausblicke über die terrassierten Reben.
Enge Gassen führten durch Beilstein hinauf zur Burgruine Metternich, von der wir das Tal überblickten. Auch Cochem mit der hoch über der Stadt thronenden Reichsburg bot reizvolle Perspektiven.
Ein Ausflug durch dichte Wälder führte uns zu den Felsen, auf denen die Burg Eltz majestätisch stand. Umgeben von moosbewachsenen Bäumen und steilen Hängen wirkte sie wie aus einem Märchen, Fachwerk und Stein eng verzahnt, Türme und Zinnen ragten stolz in den Himmel.
Bayern - Seen, Berge und alpine Wege
Im weiteren Verlauf des Sommers zog es uns nach Krün im oberen Isartal in Bayern. Die Seen rund um den Ort - Barmsee, Grubsee und Geroldsee - zeigten jeweils ihren eigenen Charakter: stille Wasserflächen, die das Sonnenlicht wie flüssiges Gold einfingen, weite Panoramablicke auf das Karwendelgebirge und lauschige Rastplätze. Besonders der Geroldsee beeindruckte uns: eingebettet in eine alpine Moorlandschaft, spiegelten sich die umliegenden Gipfel in der glatten Wasseroberfläche. Der Duft von feuchtem Moos und Nadelholz lag in der Luft, und der Wind trug kühle Frische von den Bergen herab.
Eine Radtour im Karwendelgebirge von Scharnitz bis zum Ursprung der Isar führte uns zunächst über saftige Wiesen und lichte Wälder, durchflutet von Sonnenlicht, das durch die Baumwipfel brach. Ab Scharnitz begann der Anstieg auf der Tiroler Seite: stetig und fordernd, vorbei an schroffen Kalk- und Dolomitfelsen, geformt von uralten Gletschern. Auf Schotter- und Forstwegen spürten wir jeden Tritt der Pedale, begleitet vom klaren Wasser der Isar, das frisch zwischen Kieseln hervortrat. Jeder Schweißtropfen lohnte sich für die Abwechslung der Landschaft: wilde Felsen, dichte Wälder und weite Gipfelblicke auf die Alpen.
Kroatien - Küsten, Inseln und Wasserfälle
Als der Herbst nahte, entkamen wir dem Regen und steuerten Kroatien an. Auf der Durchreise in Slowenien spazierten wir durch die autofreie Innenstadt von Maribor, ließen uns in Cafés nieder und nahmen die entspannte Stimmung auf. Das leise Klirren von Tassen mischte sich mit den entfernten Stimmen der Passanten, die Sonne wärmte angenehm unsere Gesichter.
An der dalmatinischen Küste empfingen uns Šibenik und Trogir. Wir ließen uns vom Wasser treiben, spürten den warmen Sand unter den Füßen und die salzige Brise. Besonders in Trogir verloren wir uns in einem Labyrinth enger Gassen. Zwischen alten Steinmauern stieg der Duft von frisch gegrilltem Fisch und Kräutern aus kleinen Konobas in die Nase. Das Plätschern eines Brunnens mischte sich mit dem Klappern von Geschirr und dem entfernten Murmeln der Besucher.
Ein Abstecher zum Nationalpark Krka führte uns entlang rauschender Wasserfälle, vorbei an üppiger, sattgrüner Vegetation und glitzernden, smaragdgrünen Becken. Die Natur wirkte lebendig, wild und zugleich zugänglich - ein starker Kontrast zu den stürmischen Fjorden Norwegens.
Weiter südlich fanden wir bei Rogoznica ein ursprüngliches Küstenstädtchen, ruhig trotz zahlreicher Yachten, deren weiße Segel in der Sonne funkelten. Wieder nördlich erkundeten wir Maslenica und die Zrmanja-Schlucht am Velebit-Gebirge, mit steilen Felswänden, gleichmäßig dahinziehendem Wasser und dem Duft von feuchtem Gestein und Kiefern. Auch die Insel Pag, deren karge, raue Landschaft vom Wind geformt wurde, während das offene Meer sie unermüdlich umspülte sowie das historische Städtchen Nin hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Ostallgäu - Goldene Wälder und stille Seen
Den Spätherbst nutzten wir für eine letzte Erholungstour ins Ostallgäu. Lange Radtouren führten uns durch Wälder, deren Laub in Gold- und Kupfertönen leuchtete, und über sanfte Hügel, die von der tiefstehenden Sonne warm angestrahlt wurden. Die Luft war klar, leicht kühl, und die Berge trugen ihre ersten Schneeflecken wie weiße Tupfer auf dunklem Grün. Bei jedem Atemzug spürten wir die Frische, rochen feuchte Erde und Nadeln, hörten das Rascheln der Blätter unter unseren Fahrradreifen.
In Pfronten verloren wir uns in engen Gassen, vorbei an alten Häusern mit geschnitzten Balkonen und leise plätschernden Brunnen. Immer wieder fingen unsere Blicke die majestätischen Tannheimer Berge ein, die hinter den Dörfern in der Sonne glänzten. Besonders abwechslungsreich war die 6-Seen-Wanderung rund um Füssen. Jeder See erzählte seine eigene Geschichte: einer lag geheimnisvoll im Nebel, ein anderer funkelte sonnendurchflutet, die Wasseroberfläche wie flüssiges Glas, eingerahmt von Mooren, Schilf und herbstlich gefärbten Wäldern.
Fazit
So schloss sich unser Jahr, erfüllt von unvergesslichen Eindrücken - von den Fjorden Norwegens bis zu den stillen Seen des Ostallgäus, von den historischen Gassen der Städte Kroatiens bis zu den herbstlichen Bergen Bayerns. Jede Etappe berührte uns, jede Landschaft ließ uns innehalten, Erinnerungen wurden zu einem reichen Geflecht aus Farben, Düften, Geräuschen und Momenten.
Dieses Jahr zeigte erneut, wie vielfältig und überraschend Europa sein kann. Jeder Ort berührte uns auf seine eigene Weise: mal raubte er uns den Atem, mal schenkte er stille Momente der Ehrfurcht, mal ließ er uns in tiefer Ruhe versinken. Am Ende nahmen wir nicht nur Fotos und Erinnerungen mit, sondern ein anhaltendes Gefühl von Weite, Natur und Verbundenheit - eine leise Kraft, die noch lange nachklingt.