Reiseblog Roadtrip Norddalmatien
Tagesausflug in den Nationalpark Krka in Norddalmatien
Auf unserem diesjährigen Roadtrip entlang der Adriaküste von Kroatien planten wir bewusst mehr Zeit für die eindrucksvolle Landschaft im Hinterland Norddalmatiens ein. Ganz oben auf unserer ToDo-Liste stand natürlich das einzigartige Karstgebirge Dalmatiens mit seinen tief eingeschnittenen Flussläufen, deren Naturgewalt inbesondere im Nationalpark Krka hautnah erlebt werden kann.
Die Krka hat sich über Jahrtausende tief in die Karstlandschaft Dalmatiens eingegraben, ein Gebiet aus Kalkstein und Dolomit, das für seine Höhlen, Canyons und Travertinbarrieren bekannt ist. Diese Travertinbarrieren entstehen, wenn Kalk aus dem Wasser ausfällt und sich auf Moos, Ästen und Wurzeln ablagert - Schicht für Schicht wachsen so natürliche Mauern, stauen den Fluss und formen Kaskaden, Seen und Wasserfälle. Ohne diese Barrieren gäbe es den Nationalpark Krka in seiner heutigen Gestalt nicht.
Am Parkeingang Lozovac, dem größten Zugang zum Park, beginnen Besucher die Reise ins Herz der Szenerie. Shuttlebusse bringen sie hinunter ins Tal. Schon auf dem Weg steigt das leise, konstante Rauschen des Flusses auf, während der Pfad über Serpentinen durch Pinien und mediterranes Buschwerk führt.
Unten angekommen, öffnet sich das Bild des Skradinski buk: Auf 800 Metern Länge fällt das Wasser über 17 Stufen insgesamt 45 Meter hinab. Überall glitzern kleine Regenbögen in der Gischt, und das Schäumen des Wassers vermischt sich mit dem Duft der Macchia und dem Aroma feuchter Erde. Holzstege führen wie ein Labyrinth durch das Wasser, vorbei an schäumenden Becken, ruhigen Wasserarmen und moosbewachsenen Terrassen, auf denen sich der Kalkstein stetig weiter aufbaut.
Flussaufwärts setzt sich die Landschaft fort wie ein lebendiges Mosaik aus Wasser und Stein. Der Roški slap, auch "Halskette" genannt, glitzert in unzähligen kleinen Kaskaden, die sich über rund 600 Meter erstrecken, bevor der Fluss am Ende in einer Hauptstufe etwa 22 Meter tief fällt.
Noch weiter nördlich erhebt sich der Manojlovac slap, mit 60 Metern der höchste Wasserfall des Parks, der über mehrere Stufen in eine enge, moosbewachsene Schlucht stürzt. Wer hier am Aussichtspunkt steht, spürt das Vibrieren des Wassers in der Brust - das Echo seiner ungebändigten Kraft hallt noch lange nach.
Wanderfreunden empfehlen wir den Bereich oberhalb der Wasserkaskaden des Skradinski buk. Hier öffnet sich das Tal zum Visovačko jezero, einem stillen See, in dessen Mitte die kleine Insel Visovac ruht. Dichtes Grün umgibt das Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert, das nur per Boot erreichbar ist.
Besonders gut gefiel uns der Teil des Sees, wo die Flüsse Krka und Čikola zusammenfließen. Leicht zu erreichen ist hier ein schöner Ausblick nur wenige Gehminuten vom Parkeingang Lozovac entfernt.
Eintritt & Öffnungszeiten (Stand 2025):
- Erwachsene: 7 € (Winter), 20 € (Frühling/Herbst), 40 € (Sommer)
- Kinder 7-18 J.: ermäßigt; unter 7 J. frei
- Öffnungszeiten: Sommer 8-20 Uhr, Frühling/Herbst 8-18/19 Uhr, Winter 9-16 Uhr
Parkeingänge:
- Lozovac: Haupteingang, großer Parkplatz, Shuttlebus zum Skradinski buk.
- Skradin: Bootsfahrt (25 Min., im Ticket enthalten) oder autofreier 4 km-Radweg.
- Roški slap: Zugang zu Kaskaden, Bootsausflüge zur Insel Visovac.
- Burnum & Puljane: Ruhige Zugänge mit Naturpfaden und römischen Ruinen.
Aktivitäten:
- Wandern: Holzstege und Rundwege, besonders am Skradinski buk.
- Radfahren: Auf Straßen bei Eingängen erlaubt; auf Stegen verboten.
- Bootstouren: Zu Skradinski buk, Visovac und Roški slap (saisonabhängig).
- Baden: Nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt (Roški slap, Stinice, Remetic-Pisak).
- Beste Besuchszeit: Frühmorgens oder spätnachmittags - angenehmes Licht, weniger Besucher.

