Reiseblog Roadtrips im Westen der USA
20 Jahre Roadtrips durch Kanada und den wilden Westen der USA
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Bildschirmschoner
Bildschirmschoner in hoher Auflösung; enthält 36 Aufnahmen von den schönsten Fotolocations in den Nationalparks im Westen der USA mit Grand Canyon, Monument Valley, Sierra Nevada und Death Valley

Fotogeschenke
Souvenirs, Fotogeschenke und Kalender mit Motiven von den schönsten Fotolocations in den Regionen Lake Powell und Glen Canyon auf dem Colorado Plateau im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona im Westen der USA
Zwischen roten Felsen, klarer Bergluft und endlosen Highways - 20 Jahre Südwesten der USA und Kanada
Wenn wir heute an den Westen der USA, den Südwesten und Alberta in Kanada zurückdenken, steigen ganze Landschaften vor uns auf: das warme Glühen der Wüstenfelsen, der trockene Wind über weite Becken und ausgedörrte Täler, kristallklare Bergluft und das sanfte, noch kühle Morgenlicht.
Zwei Jahrzehnte - von 2000 bis 2020 - haben wir diese Regionen bereist, stets als Landschaftsfotografen, stets auf der Suche nach dem perfekten Zusammenspiel von Licht, Schatten und Stimmung. Über endlose Plateaus, zerklüftete Felsmassive und lichtdurchflutete Höhenzüge entfalteten sich die Panoramen bei jedem Kilometer neu.
In den frühen Jahren zog es uns vor allem im Frühling hinaus, wenn die Wüsten frisch wirkten und das Licht weich über die Täler strich. Später verlegten wir unsere Reisen häufiger in den Herbst: stabile Wetterlagen, klare Nächte und eine besondere Atmosphäre verliehen den Felslandschaften eine Tiefe, die uns Jahr für Jahr faszinierte.
Unsere Wege führten nicht nur durch einsame Canyons und weite Steppe, sondern immer wieder auch durch Städte wie Calgary, Denver, Las Vegas, Los Angeles oder San Francisco. Diese Orte hatten ihren eigenen Reiz: lebendige Straßenszenen, kontrastreiche Architektur, ein stetes Pulsieren - Momente, die wir gerne festhielten, bevor wir erneut hinaus in die offenen Landschaften aufbrachen.
Erste Schritte zwischen Canyons, Flüssen und Highways
Roadtrips bildeten das Herzstück unserer Reisen. Stundenlang auf Highways, vorbei an roten Felsformationen, Salzebenen, Nadelwäldern und glitzernden Seen. Wir hielten an Aussichtspunkten, manchmal ohne konkretes Ziel, nur um das Licht und die Stimmung in Ruhe zu erleben. Jeder Kilometer eröffnete neue Perspektiven, Kompositionen und Geschichten.
Die frühen Stunden des Tages hatten stets etwas Magisches. Die Sonne schickte zaghaft ihre ersten Strahlen über den Horizont, das Licht war weich, die Welt noch in tiefem Blau gehüllt. Wir setzten uns auf Felsen oder in den Sand am Flussufer, bereiteten unsere Kameras vor und beobachteten, wie der Tag erwachte. Jeder Moment war eine Übung in Geduld: beobachten, atmen, die Umgebung auf sich wirken lassen.
2000-2010: Als Landkarten noch knisterten
Früher knisterten große Papierkarten im Auto. Jede Kreuzung war ein Abenteuer, jeder Umweg eine kleine Entdeckung. Wir tasteten uns durch Utahs verschlungene Schluchten, standen bei Sonnenaufgang am Bryce Canyon, während Nebelschleier wie Geister zwischen den Hoodoos schwebten.
Im Arches National Park froren unsere Finger an den Metallstativen, während die ersten Strahlen das Gestein in warmes Orange tauchten. Die Nächte waren dunkel, die Trails still, und kaum jemand störte die langen Belichtungen in den Himmel. Wir orientierten uns nicht nur an Karten oder GPS, sondern an der Landschaft selbst - Licht, Schatten und Konturen wurden zu unserem Kompass.
Auch Kanada gehörte damals schon zu unseren Reisen. Alberta mit seinen Rocky Mountains, klaren Seen und mächtigen Gletschern eröffnete neue Horizonte. Der Icefield Parkway führte uns durch eine der eindrucksvollsten Panoramastraßen der Welt, ein lebendiges Bilderbuch der Erdgeschichte.
Moraine Lake und Peyto Lake spiegelten die majestätischen Berge, die Farben der Umgebung und das Licht des Himmels in ihrer glatten Wasseroberfläche wider. Morgendliche Stille am Bow Lake, die Kälte am Athabasca-Gletscher - all das wirkte wie eine Einladung, die Natur in unberührter Reinheit zu erleben.
2010-2020: Spuren des Wandels
Im nächsten Jahrzehnt veränderte sich das Reisen - und damit unsere Fotografie. Navigationsgeräte machten Karten teilweise überflüssig, beliebte Spots wurden voller. Sonnenaufgänge am Horseshoe Bend oder Bryce Canyon waren oft gut besucht. Roadtrips mussten noch sorgfältiger geplant werden und wurden zu einem Balanceakt zwischen Planung und Offenheit. Wer die perfekten Lichtbedingungen erleben wollte, musste früher starten, alternative Routen kennen, Ruhezeiten abpassen und manchmal stundenlang warten. Wir beobachteten Licht, Schatten, Nebel und Wind, die Momente der Stille wurden kostbarer. Stundenlang standen wir auf Plateaus, warteten, bis die Landschaft für wenige Minuten allein uns gehörte.
Kanada bot weiterhin unverstellte Räume. Spirit Island, Moraine Lake, Peyto Lake und die verschneiten Gipfel am Icefield Parkway - Orte, die Ruhe bewahrten und unsere Verbindung zur Natur vertieften. Begegnungen mit anderen Fotografen wurden stille Absprachen: Abstand halten, Geduld üben, niemand störte den Moment.
Wir lernten, dass Geduld, Respekt und genaues Beobachten wichtiger sind als Geschwindigkeit oder Effizienz. Roadtrips waren nicht nur Fortbewegung, sondern Eintauchen in Licht, Stimmungen und Landschaften.
Warum wir nicht mehr dorthin zurückkehren
Mit den Jahren spürten wir, dass sich die Landschaften verändert hatten. Beliebte Plätze, die einst unsere Ruheinseln waren, wurden voller. Trails im Canyonlands National Park in Moab oder rund um den Lake Powell in Page wirbelten Staub auf, Aussichtspunkte füllten sich. Szenen, die wir einst komponierten, waren von Fußspuren und menschlichem Treiben mit all seinen negativen Begleiterscheinungen geprägt.
Doch es gibt weiterhin viele Landschaften, die nicht überlaufen sind - abgelegene Seen, versteckte Canyons, stille Bergtäler. Wer die bekannten Spots erleben möchte, muss planen, Alternativen kennen und Momente sorgfältig timen. Es war nicht Enttäuschung, die uns zurückzog - es war die Erkenntnis, dass die Stille, die wir kannten, nicht mehr überall existierte. Wir zogen uns zurück, aus Respekt zur Landschaft und aus dem Wunsch, unsere Erinnerungen zu bewahren und zu teilen.
Heute: Erinnerungen, Fotos und Reiseberichte
Heute leben wir von unseren Erinnerungen und von den Bildern, die wir über zwei Jahrzehnte auf unseren Roadtrips in Nordamerika gesammelt haben. Sie erzählen von Licht, Schatten, Farben und Stimmungen - halten Momente fest, die uns noch immer faszinieren.
Unsere Reiseberichte dienen heute als Orientierung für andere: Sie zeigen, wie man Landschaften trotz Menschenmassen erleben kann, welche Spots besondere Ruhe bieten und welche Planung nötig ist. Sie vermitteln nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch den Rhythmus der Roadtrips, das Abwarten des richtigen Lichts, die Geduld am frühen Morgen und die Stille zwischen den Felsen.
Wenn wir auf Bryce Canyon, Horseshoe Bend, Moraine Lake oder Spirit Island zurückblicken, hören wir noch das Rauschen des Windes, spüren die Kälte auf der Haut und die Ruhe in den Tälern. Fotos und Berichte sind Brücken in diese Momente - sie erlauben uns, die Landschaften noch einmal zu durchwandern und anderen die Chance zu geben, sie selbst zu erleben, bevor Licht oder Stille vergangen sind.


