Reisebericht Fototour Grand Canyon National Park
Tagestour auf dem Rim Trail im Grand Canyon Village in Arizona
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Allgemeines, Klima und Anreise
Der Grand Canyon Nationalpark liegt im Norden Arizonas und gehört zum Colorado Plateau, einer geologisch eindrucksvollen Hochregion im Westen der USA, die sich über rund 337.000 Quadratkilometer und große Teile von Colorado, Utah, Arizona sowie New Mexico erstreckt.
Der Grand Canyon ist 446 km lang (davon 350 km innerhalb des Nationalparks), zwischen 6 und 30 km breit und bis zu 1800 m tief. Entstanden ist der Grand Canyon vor 70 Mio. Jahren durch eine Hebung des Colorado Plateaus auf über 3000 m. Während dieses tektonischen Prozesses schnitt sich der Colorado River 1400 tief in den weichen Sandstein. Noch heute schlängelt er sich in 750 m Höhe über dem Meeresspiegel durch den Canyon. Der von den Touristen meistbesuchte South Rim befindet sich in 2.200 m Höhe auf dem Coconino Plateau, während der weniger erschlossene North Rim 400 m höher das Kaibab Plateau bildet.
Verkehrstechnisch ist der Grand Canyon Nationalpark zweigeteilt: Die tiefe Schlucht trennt Nord- und Südteil. Innerhalb des Parks verbindet nur die Fußgängerbrücke Bright Angel Trail Bridge weit unten im Inner Canyon die beiden Seiten. Autofahrer müssen den Fluss viele hundert Kilometer östlich oder westlich über die hochgelegenen Straßen oberhalb der Schlucht überqueren.
Am Grand Canyon unterscheiden sich Klima und Temperaturen deutlich zwischen den hochgelegenen South und North Rim sowie dem tief im Canyongrund liegenden Inner Canyon. Von Juli bis September bringt die Monsoon-Saison, eine beständige Südwestströmung vom Golf von Kalifornien, zusätzlich eingeschränkte Fernsicht und teils heftige Gewitter.
Klima / Temperaturen
- Sommer: nachmittags oft Gewitter, schlechte Fernsicht; am South Rim warm bei 20 °C bis 30 °C, nachts um 12 °C; am North Rim wenige Grad kühler; im Inner Canyon bis zu 40 °C
- Frühling/Herbst: Klare Sicht, wenig Niederschlag; am South Rim 15 °C bis 25 °C, nachts um 5 °C; im Inner Canyon bis zu 30 °C
- Winter: am South Rim und North Rim im Durchschnitt 150 bis 250 cm Schnee pro Saison, tagsüber 0 °C bis 10 °C; im Inner Canyon kaum Schnee, geringe Temperaturunterschiede tags/nachts, 5 °C bis 15 °C
Die Anreise mit dem Auto zum Grand Canyon Nationalpark erfolgt häufig über Flagstaff in Arizona, das verkehrsgünstig liegt. Von Westen (Las Vegas, 450 km) oder Osten (Albuquerque, 660 km) ist die Stadt über den Interstate Highway 40 erreichbar. Aus Richtung Süden gelangen Besucher vom Großraum Phoenix über den Interstate Highway 17 dorthin.
Für die Weiterfahrt zum Grand Canyon Village wird meist der 7 km davon entfernte, südliche Parkeingang genutzt. Die Straße verläuft nordwestlich von Flagstaff durch kuppiges Hochland, Wälder und vereinzelte Felsformationen, bevor der kleine Ort Tusayan unmittelbar vor dem Südeingang des Nationalparks erreicht wird. Die Gesamtstrecke beträgt rund 130 km.
Tusayan wird vorwiegend von Gästen genutzt, die das umfangreiche, dennoch preisgünstige Hotelangebot etwa 11 km südlich des Parkeingangs schätzen. Der Ort bietet zudem weitere touristische Einrichtungen wie eine Tankstelle, einen Supermarkt, ein Steakhouse und ein IMAX-Theater.
Alternativ zu Flagstaff bietet sich für Eisenbahnfreunde die Anreise über Williams an, eine Ortschaft, die verkehrsgünstig am Interstate Highway 40 und an der historischen Route 66 liegt. Zudem besteht von hier eine Bahnverbindung ins Grand Canyon Village. Täglich startet am Vormittag vom Depot in Williams die Grand Canyon Railway und bewältigt die rund 100 Kilometer lange Strecke zum Grand Canyon Village in etwa 2 Stunden und 15 Minuten.
Die Fahrt wird begleitet von Musik, Unterhaltung und weiten Ausblicken in die Landschaft. Nach einem rund dreistündigen Aufenthalt am Grand Canyon kehrt der Zug am Nachmittag nach Williams zurück.
Westlich des Grand Canyon Village verläuft die Hermit Road bis zum Außenposten Hermits Rest. Die Strecke ist für den privaten PKW-Verkehr gesperrt. Ein Shuttlebus ermöglicht den Zugang zu sämtlichen Aussichtspunkten entlang der Straße, die alternativ auch über einen parallel verlaufenden Wanderweg erreichbar sind.
Östlich des Grand Canyon Village reihen sich entlang der State Route 64 zahlreiche Aussichtspunkte aneinander. Sie führen bis zur rund 40 Kilometer entfernten Aussichtsplattform Desert View am östlichen Parkeingang und zählen zu den besonders lohnenden Stopps in diesem Abschnitt des Parks.
Als zentraler Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks ist das Grand Canyon Village erste Wahl. Thema dieses ausführlichen Reiseberichts sind die touristischen Einrichtungen und der 2,3 km lange Rim Trail vom Visitor Center zum Village mit spektakulären Canyonausblicken.
Mather Point - Der erste Blick in die Schlucht
Vom südlichen Parkeingang führt die Straße direkt zum Grand Canyon Visitor Center. Während der kurzen Fahrt bleibt der Blick auf die Schlucht verborgen, erst am Rim öffnet sich die volle Dimension der gigantischen Schlucht. Am Visitor Center stehen Parkplätze, Informationsmaterial und Toiletten zur Verfügung. Von hier aus beginnt der Zugang zum 300 m entfernten Mather Point, einem der bekanntesten und besonders leicht zugänglichen Aussichtspunkte am South Rim.
Am Mather Point auf rund 2.066 m Höhe präsentiert sich der Grand Canyon in seiner vollen Pracht. Die helle Kalksteinkante bildet den Rim, darunter wechseln rote, ockerfarbene und dunkle Gesteinsschichten, die im Lauf von Millionen Jahren entstanden sind.
Die weitläufige Aussichtsplattform eröffnet den Besuchern einen 180°-Panoramablick von Nordwesten bis Südosten. Tief unten schlängelt sich der Colorado River durch die Schlucht, während Licht und Schatten die Reliefs der Felsen dramatisch betonen.
Mit Blick nach Nordwesten offenbart das warme Morgenlicht die feinen Strukturen der Gesteinsschichten und lässt die Tiefe sowie Vielfalt des Canyons eindrucksvoll erleben.
Im Laufe des Tages verändert sich die Farbtemperatur des Sonnenlichts sehr stark, sodass bei hochstehender Sonne nur wenig ausdrucksstarke Fotos gelingen. Mit Blick nach Osten lässt die Nachmittagssonne hingegen die ersten Konturen der Felsformationen aufleuchten und ihre Farben intensiv und eindrucksvoll erscheinen.
Zum Sonnenuntergang entfaltet der Grand Canyon vom Mather Point mit Blick nach Osten erneut seine beeindruckende Schönheit. Besonders der östlich gelegene Felsrücken, der in den Canyon hineinragt, bleibt bis kurz vor Sonnenuntergang völlig schattenfrei im warmen Licht der tiefstehenden Sonne.
Yavapai Point - Panorama und Geologie entdecken
Westlich des Aussichtspunkts Mather Point führt der asphaltierte Rim Trail zum 1,1 km entfernten Aussichtspunkt Yavapai Point. Für diesen Wegabschnitt sollte etwas Zeit eingeplant werden, denn sowohl vom Trail selbst als auch von zahlreichen exponierten Felsvorsprüngen eröffnen sich immer wieder überraschende, eindrucksvolle Ausblicke in den östlichen Teil des Grand Canyons, die das Wandern besonders lohnenswert machen.
Am Yavapai Point auf etwa 2.127 m Höhe eröffnet sich ein weiter Blick über den Canyon, mit gut sichtbaren Felsstufen, tiefen Schluchten und seitlichen Plateaus. Das Yavapai Geology Museum ist ein besonderes Highlight, das einen anschaulichen Überblick über die geologische Geschichte bietet und gleichzeitig die Weite, Tiefe und Faszination des Canyons spürbar macht.
Das Museum erklärt die Entstehung des Canyons anschaulich: die helle Kalksteinkante am Rim, die darunterliegenden roten Gesteinsschichten, die das Canyoninnere formen, und die mächtigen senkrechten Wände, die seine enorme Tiefe markieren, werden für Besucher greifbar.
Der Aussichtspunkt Yavapai Point bietet sich besonders für eindrucksvolle Aufnahmen zum Sonnenaufgang an, wenn die Reliefs des Grand Canyons indirekt in Richtung Westen beleuchtet werden. Im Gegensatz zum Mather Point gibt es hier keine offizielle Aussichtsplattform. Schöne Ausblicke ergeben sich abseits des Rim Trails auf einzelnen Felsvorsprüngen. Der Zugang ist unkompliziert, Trittsicherheit ist jedoch erforderlich. Entsprechend weniger Besucher sind morgens vor Ort, sodass sich der Sonnenaufgang in Ruhe genießen lässt.
Grand Canyon Village - unterwegs auf dem Rim Trail
Im weiteren Verlauf des Rim Trails gelangen Besucher westlich des Aussichtspunktes Yavapai Point zum Grand Canyon Village. In diesem Abschnitt entfaltet der Grand Canyon seine weite Ausdehnung, der gegenüberliegende North Rim wirkt fern und fast unerreichbar.
Der Rim Trail ist durchgehend asphaltiert und bequem begehbar. Er verläuft auf 2,5 km Länge direkt an der Abbruchkante in äußerst exponierter Lage und eröffnet immer wieder atemberaubende Ausblicke. Dabei wird die Weite und Tiefe des Grand Canyons unmittelbar spürbar.
Linkerhand tauchen die ersten Gebäude des Grand Canyon Villages auf, darunter Verkamp’s Curios Store, ein bereits 1898 von John Verkamp gegründeter Souvenirshop für inidianische Handwerkskunst. Heute lädt das Haus als Visitor Center und Museum dazu ein, in die Geschichte und Kultur des Canyons einzutauchen.
Direkt gegenüber liegt das 1905 eröffnete Hopi House. Früher lebten hier Hopi Künstler, fertigten ihre Handwerkskunst und präsentierten sie den Besuchern im Grand Canyon Village. Zwischen Werkstatt und Auslage entstand ein lebendiger Ort, an dem Tradition, Kultur und das Leben der Hopi auch heute noch spürbar werden.
Entlang des Rim Trails folgen das El Tovar Hotel, die Kachina Lodge und die Bright Angel Lodge. Bücherfreunde sollten zudem das Kolb Studio nicht verpassen, das ebenfalls am Trail liegt und einen beeindruckenden Ausblick in den Grand Canyon bietet.
Wanderfreunde können dem Rim Trail auf 13,5 km Länge weiter bis zum Außenposten Hermits Rest folgen. Am westlichen Rand des Villages beginnt zudem der Bright Angel Trail, der zur 1400 m tiefer gelegenen Bright Angel Trail Bridge führt und eine Überquerung des Colorado Rivers erlaubt. Vom Bright Angel Trailhead eröffnet sich nochmals ein weiter Blick, bei dem Lichtkontraste das Relief und die räumliche Tiefe des Grand Canyons deutlich erkennen lassen.



