Reisebericht Region Grand Canyon National Park
Fotoreise im Grand Canyon National Park auf dem Colorado Plateau in Arizona (Teil 2)
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Souvenirs, Fotogeschenke und Kalender mit Motiven von den schönsten Fotolocations in der Region Monument Valley auf dem Colorado Plateau im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona im Westen der USA

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Fotos zum Download im JPG-Format mit Motiven von den schönsten Fotospots in der Region Monument Valley auf dem Colorado Plateau im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona im Westen der USA
Grand Canyon North Rim - Ruhe, Höhe und unberührte Weite
Der North Rim des Grand Canyon eröffnet eine Perspektive auf die Schlucht, die deutlich stiller, höher und abgeschiedener ist als die bekannten Südränder. Er liegt auf etwa 2.700 Metern Höhe auf dem Kaibab-Plateau im Norden Arizonas, innerhalb des Grand Canyon Nationalparks, und beeindruckt durch dichte Wälder, dramatische Felsformationen und weitläufige Aussichten.
Der North Rim ist abgelegen, aber gut erreichbar über die AZ-67 von Jacob Lake oder über Routen von Kanab und Page. Von Las Vegas dauert die Fahrt etwa 4,5 bis 5 Stunden, von Phoenix rund 6 Stunden. Die Straßen sind asphaltiert, kurvig und landschaftlich reizvoll, jedoch ohne Tankmöglichkeiten oder größere Infrastruktur direkt am Rim.
Das Gebiet am North Rim ist saisonabhängig geöffnet, meist von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Mit nur etwa 10% der Besucherzahlen des Grand Canyon ist der North Rim deutlich ruhiger als der South Rim. Anders als am South Rim gibt es kein Shuttle-System - alle Aussichtspunkte sind mit dem Auto oder zu Fuß erreichbar, was ein ungestörtes Naturerlebnis ermöglicht.
Zu den bekanntesten Aussichtspunkten zählen Bright Angel Point, Walhalla Overlook und Roosevelt Point Overlook. Hier wechseln sich bewaldete Plateaus und tiefe Schluchten ab, und die höheren Lagen eröffnen Perspektiven, die am South Rim nicht zu finden sind. Die Landschaft wirkt offener, die Dimensionen der Schlucht noch dramatischer, die Aussichtspunkte liegen oft unmittelbar an der Abbruchkante. Der Colorado River windet sich tief unten durch die Schlucht, und die markanten Gesteinsschichten - Kaibab Limestone und Toroweap Formation - geben dem Plateau seine charakteristische Struktur.
Hinweis
Die Infrastruktur umfasst ein Visitor Center, mehrere Aussichtspunkte, die North Rim Lodge und Campgrounds. Im Sommer 2025 zerstörte jedoch das Dragon Bravo Fire weite Teile des Kaibab Plateaus, darunter die historische North Rim Lodge, Wanderwege und große Waldflächen. Die nächste Öffnung für Besucher ist im Mai 2026 geplant. Auch nach der Wiedereröffnung können einzelne Trails und Aussichtspunkte zunächst eingeschränkt bleiben.
Grand Canyon West - Weite, Tiefe und klare Horizonte
Im äußersten Nordwesten Arizonas liegt der Grand Canyon West auf dem Gebiet des Hualapai-Reservats. Dieser Abschnitt gehört nicht zum Grand Canyon Nationalpark und unterscheidet sich deutlich vom South Rim: kürzere Wege, klar strukturierte Aussichtspunkte und ein direkter Zugang zur Schlucht. Vor allem aber eröffnet sich hier eine Landschaft, in der Tiefe, Höhe und freie Blickachsen das Erlebnis prägen.
Die gängigste Anreise erfolgt von Las Vegas. Die Route führt über den Interstate Hwy 11 in Richtung Boulder City und Lake Mead, wenig später folgt der Hoover Dam Lookout an der Grenze zu Arizona. Ab hier verläuft die Fahrt auf der US-93 durch die Mojave-Wüste. Hinter Dolan Springs zweigt die Zufahrtsstraße zum West Rim ab. Nach rund 202 Kilometern und etwa zweieinhalb Stunden Fahrzeit ist der Grand Canyon West erreicht.
Am Ende der Straße befinden sich großzügige Parkflächen, ein Besucherzentrum, ein kleiner Hubschrauberlandeplatz und die zentrale Shuttle-Station. Schon beim ersten Halt öffnet sich der Raum. Eagle Point liegt direkt am Rand der Schlucht. Die steilen Wände leuchten in Rot-, Braun- und Ockertönen, während sich tief unten der Colorado River als schmale Linie durch die Felsen zieht. Der Skywalk, eine freitragende, hufeisenförmige Glasbrücke, ragt über den Abgrund hinaus und bietet eine unvergleichliche Perspektive auf die Schlucht.
Direkt neben Eagle Point liegt das Native American Village, das Einblicke in die Kultur der Hualapai gewährt und die landschaftliche Wirkung des Aussichtspunkts um historische und kulturelle Dimensionen ergänzt.
Guano Point zeigt den West Rim von seiner offenen Seite. Ein kurzer, ungesicherter Weg führt über steiles, felsiges Gelände. Trittsicherheit ist erforderlich, dafür erlaubt der Pfad eine ungewöhnliche Nähe zur Schlucht. Auf einer erhöhten Felsformation öffnet sich ein nahezu vollständiges 360-Grad-Panorama. Der Blick reicht tief in den Canyon, folgt den Windungen des Colorado River und schweift über die weiten Hochflächen Arizonas bis zu entfernten Bergzügen.
Zeiten, Tickets und Hinweise
- Öffnungszeiten: ganzjährig; letzter Einlass meist 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang
- Tickets: Der All-Access-Pass umfasst Eintritt, Shuttlebusse und Aussichtspunkte. Skywalk, Zipline und Hubschrauberflüge sind nicht enthalten.
- Skywalk-Buchung: Vorab online oder früh am Tag reservieren, da Tickets und Zeiten begrenzt sind.
- Wetter: Juli bis September ist Monsoon-Saison; kurze Gewitter und mögliche Flash Floods beachten.
Der Zugang zum Grand Canyon West erfolgt nur über die vorgesehenen Wege mit gültigem Eintritt; private Autos bleiben am Parkplatz, Shuttlebusse bringen die Besucher zu den einzelnen Aussichtspunkten und Attraktionen. Auf dem Skywalk, der gläsernen Plattform über der Schlucht, sind aus Sicherheitsgründen Handys und Kameras verboten; persönliche Gegenstände können in Schließfächern verstaut werden, Fotos werden ausschließlich von Profifotografen vor Ort erstellt.
l0da_ralta, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Marble Canyon, Navajo Bridge & Lee’s Ferry - Gateway zum Grand Canyon
Der Marble Canyon liegt im nördlichen Arizona am Colorado River, zwischen Lee’s Ferry und der Einmündung des Little Colorado River. Geologisch markiert er den östlichen Beginn des Grand Canyon: Ab hier öffnen sich die dramatischen Schluchten, die den Grand Canyon weltberühmt machen. Die Umgebung des Marble Canyon ist geprägt von weiten Plateaus, tief eingeschnittenen Schluchten und den markanten roten Sandsteinformationen der Vermilion Cliffs, die sich nördlich und westlich erheben. Die Cliffs gehören zum Vermilion Cliffs National Monument und zur Paria Canyon Wilderness.
Über den Colorado River spannt sich die Navajo Bridge, eine der wenigen Straßenquerungen über den Fluss. Die erste Brücke wurde zwischen 1927 und 1929 gebaut, um die unsichere Fährverbindung bei Lee’s Ferry zu ersetzen, und gehörte zu ihrer Zeit zu den höchsten Stahlbogenbauwerken der USA. Sie markiert außerdem die nordöstliche Grenze des Grand Canyon Nationalparks. Direkt westlich der Brücken informiert das Navajo Bridge Interpretive Center über die Baugeschichte der Brücken, die Geologie des Marble Canyon und die Tier- und Pflanzenwelt.
Nur wenige Kilometer stromaufwärts liegt Lee’s Ferry, benannt nach John D. Lee, der 1873 hier eine Fährverbindung einrichtete. Jahrzehntelang war dies eine der wenigen sicheren Möglichkeiten, den Colorado River zu überqueren. Heute dient Lee’s Ferry als Startpunkt für Rafting-Touren durch Marble Canyon und Grand Canyon und bietet Bootsanleger, Picknickplätze und Campingmöglichkeiten.
Der Spencer Trail beginnt am Parkplatz von Lee’s Ferry und folgt alten Pfaden, die Anfang des 20. Jahrhunderts für Transportzwecke genutzt wurden. Auf etwa 450 m Höhengewinn bietet der steile, teils felsige Weg panoramische Ausblicke auf Marble Canyon, den Colorado River und die Vermilion Cliffs.
Marble Canyon, die Navajo Bridges, Lee’s Ferry und der Spencer Trail vereinen Geologie, Geschichte, Ingenieurskunst und Naturerlebnis. Besucher können die Landschaft erkunden, historische Bauwerke und Spuren der Pionierzeit erkennen und zugleich Ausgangspunkte für Rafting-Touren oder Wanderungen in die wildromantische Umgebung nutzen.




