Reiseblog Roadtrips im Westen der USA
Eastern Sierra und Valley Of Fire als alternative Reiseziele in Kalifornien und Nevada
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Als Alternative zum vielbesuchten Yosemite Nationalpark lassen sich die Gipfel der Sierra Nevada auch von der Ostseite auf dem U.S. Highway 395, bekannt als Eastern Sierra Scenic Byway, hautnah erleben. Aus Richtung Norden vom South Lake Tahoe kommend führt der Highway 395 durch das Mono Basin und das Owens Valley bis zur Mojave Wüste im Süden, stets mit Blick zu den Viertausendern der Sierra Nevada.
Der landschaftlich markanteste Abschnitt des Eastern Sierra Scenic Byway erstreckt sich über etwa 316 Kilometer, von Bridgeport im Norden bis zum südlichen Abschnitt bei Little Lake. Die Sierra Nevada wirkt hier wie eine Klimamauer, die feuchte Pazifikstürme abfängt und die Ostseite deutlich trockener macht.
Von Norden aus Richtung Lake Tahoe und über den Conway Summit durch Hochebenen schlängelnd erschließt der Highway 395 nach etwa 150 km Strecke das eindrucksvolle Mono Basin mit dem Mono Lake, einer der ältesten Seen Nordamerikas. Sein mineralreiches Wasser schafft eine unverwechselbare Landschaft. Die markanten Tuffformationen entstanden unter Wasser, als mineralreiches Quellwasser mit dem alkalischen Seewasser reagierte.
Heute stehen die hellen, oft säulenartigen Tufa Towers frei am Ufer und prägen das Erscheinungsbild des Sees. Die offene Landschaft, das reduzierte Farbenspiel und die wechselnden Lichtstimmungen machen Mono Lake zu einem Ort von großer visueller Wirkung.
Unmittelbar südlich des Mono Basin führt der June Lake Loop, eine rund 25 Kilometer lange Schleife abseits des U.S. Highway 395, durch ein glazial geformtes Hochgebirgstal. Gletscher hinterließen Mulden und Senken, in denen sich vier malerische Seen aneinanderreihen.
June Lake liegt in einer offenen Senke und bietet weite Blicke auf die umliegenden Gipfel. Sein klares Wasser wechselt je nach Licht zwischen Blau und Türkis. Gull Lake ist kleiner und geschützter, nahe der Siedlung gelegen und von Bäumen umgeben. Grant Lake vermittelt mit seiner offenen Lage und großen Wasserfläche landschaftliche Weite, während Silver Lake durch die steileren Hänge und dunklen Wälder kontrastreicher wirkt.
Etwa 40 km südöstlich davon bietet der Highway 395 Zugang zu den Mammoth Lakes auf einem vulkanisch geprägten Hochplateau. Lavaflüsse, Ascheablagerungen und tektonische Spannungen formten eine Landschaft, in der die hochgelegene Seen Lake Mary, Horseshoe Lake und die Twin Lakes entstanden sind.
Südlich von Mammoth Lakes erstreckt sich die Long Valley Caldera, ein rund 32 Kilometer weites vulkanisches Becken. Heiße Quellen und Dämpfe am Hot Creek Geological Site zeugen noch heute von der aktiven geologischen Vergangenheit der Region. Bei Bishop trifft der Highway 395 auf das geologisch spektakuläre Owens Valley.
Die Sierra Nevada erhebt sich hier als massiver Granitblock steil aus dem Owens Valley, mit einer Höhendifferenz von über 3.000 Metern zwischen Gipfel und Talboden. In Lone Pine eröffnen die Alabama Hills mit ihren abgerundeten Granitfelsen, Bögen und kargen Formationen den Blick auf die weiter westlich aufragende Gebirgskette mit dem Mount Whitney (4421 m) in dramatischer Höhe. Seit über hundert Jahren zieht die Region Filmemacher an. Das Spiel von Licht und Schatten am Morgen oder Abend verwandelt die Landschaft in ein Eldorado für Fotografen.
Weiter östlich in Nevada und auf dem Weg von der Spielermetropole Las Vegas in Richtung der großen Nationalparks in Utah, entgehen vielen Reisenden oft die kleineren State Parks in den weniger bekannten und dennoch spektakulären Landschaften entlang des Interstate Hwy 15.
Der Valley of Fire State Park, ein Juwel in der Wüstenlandschaft Nevadas lockt Besucher aus der ganzen Welt an. Die Lage des Parks, etwa eine Autostunde nordöstlich von Las Vegas, macht ihn zu einem begehrten Ausflugsziel sowohl für Naturbegeisterte als auch für Hobbyfotografen. Die Anreise zum Valley of Fire State Park erfolgt meist über den Interstate Hwy 15. Die Ausfahrt 75 führt die Besucher direkt zum Eingang des Parks.
Kaum im Valley of Fire angekommen, faszinieren sofort die intensiven Rottöne der Sandsteinfelsen, die sich bei Sonnenuntergang zu einem spektakulären Farbenspiel entfalten. Die Felsformationen tragen klangvolle Namen wie z.B. "Elephant Rock", eine Formation direkt am östlichen Parkeingang, die die Silhouette eines Elefanten nachzeichnet.
Das Besucherzentrum im Valley of Fire State Park dient als Tor zu den faszinierenden Wundern, die das Naturschutzgebiet zu bieten hat. Nördlich des Besucherzentrums zweigt die Mouse’s Tank Road von der Hauptstraße ab und schlängelt sich durch wild zerklüftete und leuchtend rote Sandsteinformationen.
Nördlich dieses Abschnitts lohnt sich ein Stopp am Rainbow Vista Trailhead. Vom Parkplatz aus bietet sich ein schöner erhöhter Ausblick auf die sich abenteuerlich zwischen den Gesteinsblöcken windende Mouse’s Tank Road. Ab hier führt auch der Rainbow Vista Trail zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen atemberaubenden Panoramablick auf die farbenprächtige Landschaft des Parks genießen kann.
Im weiteren Verlauf führt die Straße nun als White Dome Scenic Byway zu den Attraktionen im nördlichen Teil des State Parks. Zahlreiche Trailheads beginnen seitlich der Straße und ermöglichen Wanderungen ins Hinterland wie z.B. der Fire Canyon Trail, Fire Wave Trail und Crazy Hill Trail. Letzterer bietet von seinem Parkplatz aus einen weiteren schönen Blick auf die sich dahinschlängelnde Straße.
Der White Domes Trail ist ein Highlight im Herzen des Valley of Fire State Parks. Dieser Pfad, durchzogen von rotem Aztec-Sandstein, führt Wanderer durch eine spektakuläre Landschaft, die von einzigartigen Felsformationen, farbenprächtigen Schluchten und atemberaubenden Ausblicken geprägt ist.
Der etwa 1,6 Kilometer lange Rundweg ist gut gepflegt, teils schmal und führt durch Sand und Felsen. Eine der markantesten Attraktionen des White Domes Trails sind die imposanten Felsformationen und Schluchten. Rote, orange und rosa gestreifte Felswände erheben sich majestätisch, während der Pfad durch schmale Schluchten und äußerst enge Passagen führt.
Der Fire Wave Trail im Valley of Fire State Park ist nicht nur ein Pfad durch die Wüstenlandschaft Nevadas, sondern eine Reise zu einem der faszinierendsten geologischen Wunder. Mit bizarren Gesteinsformationen, die in intensiven Farben leuchten, und vielen abwechslungsreichen Ausblicken bietet dieser Trail ein unvergleichliches Naturerlebnis. Der Zugang zum Trail erfolgt über den White Domes Road. Bereits am Trailhead präsentieren sich die ersten Sandsteinskulpturen in leuchtenden Farben.
Der Fire Wave Trail ist etwa 1,6 Kilometer lang (Hin- und Rückweg) und führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Der Weg ist überwiegend flach und gut markiert, was ihn auch für Familien mit Kindern geeignet macht. Der Trail bietet sich das ganze Jahr über an, wobei die Morgen- und Abendstunden besonders reizvoll sind, wenn die Sonne die Felsen in warme Farbtöne taucht.
Das herausragende Merkmal des Trails ist die Fire Wave selbst - eine faszinierende wellenförmige Gesteinsformation, deren vielschichtige Farben eine visuelle Symphonie bilden. Die dominierenden Rosa-, Orange- und Weißtöne sind das Resultat unterschiedlicher Mineralien, die im Laufe von Jahrmillionen durch Erosion und geologische Prozesse entstanden sind.
Bei allen Wanderungen sollten im Sommer die extremen Temperaturen in der Wüste von Nevada nicht unterschätzt werden. Aufgrund zahlreicher medizinischer Notfälle in der Vergangenheit sind der Fire Wave Trail und der White Domes Trail von Mai bis September gesperrt.



