Fotoblog - Video-/Fotodrohne DJI Mini 5 Pro
Technik und Zubehör: Testbericht Video-/Fotodrohne DJI Mini 5 Pro
Generationen-Duell unter 249 Gramm: Lohnt sich das Upgrade von der DJI Mini 3 Pro auf die Mini 5 Pro für Reisefotografen? Ganze zwei Generationen liegen zwischen ihnen: Als die DJI Mini 3 Pro auf den Markt kam, revolutionierte sie die Welt der ultraleichten Kameradrohnen. Mittlerweile hat DJI mit der DJI Mini 5 Pro das neue Flaggschiff der sub-250-Gramm-Klasse etabliert.
Wenn wir für unsere Website JorkGallery an spektakulären Fotolocations weltweit unterwegs sind, jagen wir stets dem perfekten Licht hinterher. Lange Zeit war die Mini 3 Pro dabei unser treuer Begleiter im Rucksack, um Landschaften aus der Vogelperspektive einzufangen. Doch rechtfertigen die neuen Profi-Features den Umstieg für Besitzer des Klassikers? Wir haben die neue Drohne im harten Foto-Alltag getestet.
Lieferumfang DJI Mini 5 Pro
Die DJI Mini 5 Pro wird entweder im günstigen Standardpaket oder im etwas teureren und beliebteren Bundle DJI Mini 5 Pro Fly More Combo angeboten, für welches auch wir uns entschieden hatten. Für das Bundle Fly More Combo existiert zudem die Plus-Variante. Bei diesem Bundle sind statt der Standard-Akkus die größeren Intelligent Flight Battery Plus enthalten, welche die Flugzeit auf bis zu 52 Minuten pro Akku erhöhen. Die Intelligent Flight Battery Plus ist jedoch deutlich schwerer als der Standard-Akku, wodurch die Drohne mehr als 249 Gramm wiegt und in der EU die strenge C0-Klassifizierung verliert.
Die damit einhergehende C1-Klassifizierung für Drohnen bis 900 Gramm erfordert den EU-Kompetenznachweis A1/A3 (kleiner Drohnenführerschein). Zudem ist die Fernidentifikation der Drohne verpflichtend, wofür die persönliche UAS-Betreiber-ID digital in die Drohnen-Firmware eingetragen werden muss.
Lieferumfang
- 1 x DJI Mini 5 Pro Drohne
- 1 x Fernsteuerung (DJI RC-N3 ohne Bildschirm oder DJI RC 2 mit intgriertem Display)
- 3 x Intelligent Flight Battery
- 1 x Zwei-Wege-Ladestation (für bis zu drei Akkus)
- 1 x Umhängetasche (mit separaten Fächern)
- 3 Paar Ersatzpropeller (mit Schrauben)
- 1 x ND-Filterset (ND8/32/128)
- 1 x Gimbal-Schutz
- 1 x USBC-Kabel
Das Funksystem: Keine Angst mehr vor Signalverlust in der Wildnis
Wer beim Fotografieren in unberührten Landschaften wie den Weiten Nordamerikas oder den Fjorden Norwegens schon einmal das Bildsignal hinter einer Felswand oder einer dichten Baumreihe verloren hat, kennt den Adrenalinkick. Hier markiert der Wechsel von der Mini 3 Pro zur Mini 5 Pro einen gigantischen Sprung.
Während das ältere O3-Übertragungssystem der Mini 3 Pro bei fehlender Sichtlinie gelegentlich an seine Grenzen stieß, funkt die neue DJI Mini 5 Pro mit dem hochentwickelten O4+-System. Mit einer massiven Reichweiten-Reserve steht das Signal selbst bei physischen Hindernissen felsenfest.
Zudem wird das Live-Bild in gestochen scharfen 1080p mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde auf den Controller übertragen (gegenüber den oft zähen 30 fps des Vorgängers). Durch den automatischen Frequenzwechsel im Hintergrund werden Störsignale komplett eliminiert. Das nimmt im Vergleich zur Mini 3 Pro enorm viel Stress aus dem Flugalltag und erlaubt eine fehlerfreie Bildkomposition.
Flugkomfort & Cockpit-Sicherheit: Intelligente Displays und LiDAR-Tracking
DJI hat die Mechanik, Sensorik und die Benutzeroberfläche (DJI Fly App) radikal verbessert. Das macht das Fliegen im Vergleich zur Mini 3 Pro extrem entspannt und intuitiv. Gleich zu Beginn fällt das neue Click-In-Propellersystem sowie das Auto-Power-Feature auf. Vorbei sind die Zeiten von filigranen Minischrauben. Die Mini 5 Pro setzt auf ein innovatives Schnellverschluss-System (Quick-Release). Zudem schaltet sich die Drohne beim vollständigen Aufklappen der Arme automatisch ein und beim Zusammenfalten direkt wieder aus. Das spart wertvolle Sekunden im Feld.
Bereits bei unseren ersten Drohnen-Shootings hat sich in unübersichtlichem Gelände die eingeblendete Startposition (AR-Homepoint) mehrfach bewährt. Denn auf dem Display des Controllers wird bei der Mini 5 Pro der exakte Startpunkt permanent als visuelles Augmented-Reality-Symbol (H-Icon) direkt in das Live-Bild projiziert. Selbst bei einem Orientierungsverlust über weite Distanzen zeigt ein Blick sofort die eigene Position und den Startplatz.
Ein genialer Komfort-Gewinn im Alltag ist das automatische Heckkamera-Bild beim Rückwärtsflug. Sobald die Drohne rückwärts steuert, blendet das System automatisch ein kleines Bild-in-Bild-Fenster der rückwärtigen Sensoren ein. Das verhindert den "Blindflug" nach hinten und zeigt sofort, ob sich hinter der Drohne eine Felswand oder ein Baum befindet.
Wer die Drohne im ActiveTrack-Modus (z. B. beim Wandern oder Radfahren) nutzt, profitierte früher nur tagsüber von der Hindernisvermeidung. Das neue omnidirektionale LiDAR-System der Mini 5 Pro scannt die Umgebung dreidimensional und schützt die Drohne im Tracking-Modus selbst bei absoluter Dunkelheit oder extremem Gegenlicht zuverlässig vor Kollisionen.
Als äußerst hilfreich erweist sich auch die visuelle Hindernis-Anzeige im Live-Bild. Während die Mini 3 Pro bei nahenden Ästen lediglich hektisch piepte, blendet das Display der Mini 5 Pro eine Echtzeit-Hinderniskarte ein. Die Anzeige informiert präzise über die Richtung und Entfernung von Objekten.
Das gibt enorme Sicherheit bei Flügen in dichten Wäldern. Außerdem blendet das System automatisch ein kleines Bild-in-Bild-Fenster des Sensors ein, auf dessen Seite sich das erkannte Hindernis befindet. Dies verhindert einen "Blindflug" in seitliche Hindernisse und garantiert stets den vollen Überblick.
Der Kamerasprung: 1-Zoll-Power für die Blaue Stunde
Für die Dokumentation spektakulärer Naturschauspiele fliegen wir meistens zu zwei Tageszeiten: Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Genau hier stieß die Mini 3 Pro trotz ihrer f/1,7-Blende aufgrund des kleineren 1/1,3-Zoll-Sensors an ihre physikalischen Grenzen.
Die DJI Mini 5 Pro bricht diese Barriere mit einem echten 1-Zoll-CMOS-Sensor und nativen 50 Megapixeln. In unserer Lightroom-Nachbearbeitung profitieren wir somit von dem enormen Dynamikumfang, denn dank der hardwarebasierten Dual-Native ISO Fusion bietet die Drohne bis zu 14 Blendenstufen HDR. Bei extremem Gegenlicht verlieren Wolkenstrukturen am Himmel keine Zeichnung mehr, während der Boden gleichzeitig zeichnungsstarke Details in den Schatten behält.
Wie bereits in der Vorgängerversion hilft auch in der Mini 5 Pro ein eingeblendetes Histogramm bei der perfekten Belichtung. Überbelichtete Bereiche werden zudem schraffiert im Display der Fernbedienung angezeigt (siehe Screenshots oben).
Besonders bemerkenswert sind jedoch rauschfreie Aufnahmen in der Dämmerung. Durch die größeren Pixel fängt der Sensor deutlich mehr Licht ein. Aufnahmen zur Blauen Stunde wirken knackig scharf und erfordern kaum digitale Rauschreduzierung. Zudem erlaubt die verbesserte Hinderniserkennung entspannte Flüge bei eingeschränkten Lichtverhältnissen in der Dämmerung.
Bildkomposition neu gedacht: Der flexible 225°-Gimbal
Die DJI Mini 3 Pro besaß zwar bereits die Funktion, die Kamera für echtes 9:16-Hochformat physisch zu drehen, ihr Neigebereich nach oben hin war jedoch stark limitiert. Der neue Gimbal der DJI Mini 5 Pro erweitert den kreativen Spielraum drastisch, da er sich mechanisch um bis zu 225 Grad rotieren lässt.
Damit ist es möglich, bis zu 55 Grad steil nach oben zu fotografieren, ohne dass die eigenen Propeller im Bild landen. Wer in einem tiefen Canyon oder unter einem dichten Blätterdach steht, kann völlig neue Perspektiven einfangen.
Für Instagram, TikTok oder vertikale Smartphone-Panoramen liefert das True Vertical Shooting zudem verlustfreie 50-MP-Bilder direkt aus der Kamera, was zeitaufwendiges Zuschneiden am PC überflüssig macht.
Als weitere kreative Video-Option bietet die DJI Mini 5 Pro die Möglichkeit, 4K-Videos mit bis zu 120 fps aufzunehmen, perfekt, um Wellen oder Wasserfälle in kinoreifer Slow-Motion festzuhalten. Wer seine Videos farblich präzise anpassen möchte, profitiert zudem vom professionellen 10-Bit D-Log M Profil.
RAW-Evolution und das "freie Panorama" im Großformat
Für großformatige Wandbilder und Poster in unserem Shop benötigen wir das absolute Maximum an Rohdaten. Während der 48-MP-Modus der Mini 3 Pro noch ein Software-Trick war, liefert die Mini 5 Pro echte, native 50-Megapixel-RAWs (DNG) im Format von 8192 x 6144 Pixeln.
Das absolute Highlight für Landschaftsfotografen ist das neue Freie Panorama (Free Panorama). Bei der Mini 3 Pro waren automatische Panoramen auf komprimierte Einzelbilder beschränkt.
Die Mini 5 Pro erlaubt es nun, jedes einzelne Teilbild des Panoramas im vollen 50-Megapixel-RAW inklusive HDR-Belichtungsreihe aufzunehmen. Wer diese gewaltigen Datenmengen später am Computer zusammensetzt, erhält Dateien mit einer Auflösung und Schärfe, die problemlos für hauswandgroße Drucke ausreichen. Ein praktischer Nebeneffekt für lange Fototage: Selbst bei einer verlorenen oder im Hotel vergessenen Speicherkarte retten die 42 GB interner Speicher der Mini 5 Pro den Shooting-Tag.
Fazit: Lohnt sich das Upgrade für die Reisefotografie?
Die DJI Mini 3 Pro bleibt eine verlässliche und hervorragende Drohne für Hobby-Piloten, die vor allem tagsüber unkomplizierte Aufnahmen machen möchten. Wer jedoch Landschaften auf professionellem Niveau dokumentiert, die feine Dynamik der Blauen Stunde einfangen will oder maximale Flexibilität bei der Bildkomposition benötigt, für den markiert die DJI Mini 5 Pro einen meilenweiten technologischen Fortschritt.
Der 1-Zoll-Sensor, die echten 50-MP-RAW-Panoramen, das stabile O4+ Funksystem und das gigantische Sicherheits-Plus durch die visuelle Hindernisanzeige, das LiDAR-Tracking und die automatische Heckkamera-Einblendung nehmen jeden Stress aus dem Flugalltag. Sie hebt die Bildqualität und den Flugkomfort in eine Liga, die bisher nur deutlich schwereren Drohnen vorbehalten war. Für anspruchsvolle Fotografen ist sie das ultimative Werkzeug in der gesetzlich vorteilhaften 249-Gramm-Klasse (EU-Klasse C0).





